Eine gute Rede, ein guter Redner

und Moderator

 

(was unterscheidet?)

 

Bitte, gestatten Sie mir, in drei Stufen auf die Frage zu antworten:

A) Die Rednerin/der Redner ist frisch, sympathisch und empathisch… Er ist engagiert...Ihr Auftritt ist sicher…und der Situation angemessen…Er verfügt über Feingefühl…Takt…und über Geist… Sprache und Person stimmen überein…Stimme und Sprache sind geschult… Sie weiß genau, wie sie ihre Worte setzt… Seine Rede hat einen logischen, nachvollziehbaren Aufbau… verwendete Bilder, Metaphern, Sinnsprüche fügen sich nahtlos ein…Sie verknüpft intelligent…Die Rede ist auf die unverwechselbare, einmalige Situation zugeschnitten…Sie ist lebendig…inspiriert… neu…

("Sie" und "Er" sind hier wahllos verwendet!)

B) Die Rednerin ist vorbereitet…der erste Eindruck ist gut … ihr äußeres Erscheinungsbild ist ihr sehr wichtig…das kleine Schwarze, Cabrio…sie sucht  immer wieder einmal den Augenkontakt … sie benutzt ihre Alltagsstimme…man muss bisweilen die Ohren spitzen, doch man sieht es ihr nach…ihre Stimme gerät manchmal zu hoch…so erzeugt sie unterschwellig Mitleid für sich und ihre außergewöhnliche Situation…sie hat sich die Mühe gemacht, eine, zwei oder drei Musterreden zu erstellen…sie hat aus Reden  anderer das Beste ausgewählt …sie benutzt Versatzstücke …sie kann ihre Rede –mittlerweile- auswendig… Namen, Orte, Situationen fügt sie ein …du spürst: sie macht das nicht zum ersten Mal...    (Ähnliches gilt für Ihn!)

C) Der Redner verfügt über wenig bis keine Präsenz… oder ist über die Maßen überpräsent…legt wenig Wert auf sein Erscheinungsbild…seine Sprache ist nur mit Mühe zu verstehen…er nuschelt, knödelt, näselt, knarrt…seine Stimme ist zu hoch oder zu tief…monoton...viel zu laut und viel zu hart…Hochdeutsch redet er nur hier…diese Rede ist schon hundert Mal gehalten worden – von ihm und von anderen…sie stellt sich dar als eine einzige Aneinanderreihung von Allgemeinplätzen…sie bietet nichts Neues, Interessantes…alles ist sattsam bekannt…sie entspricht in allem der typischen 'Vereinsrede'…oder der schlichten Politikerrede…sie kennt keinen logischen Aufbau…sie ist  im schlimmsten Falle abstoßend…der Redner anmaßend… (Männer müssen das ab können!)

Resonanzen

Konzert, Rede und Moderation zum Thema Pfingsten

(ein Abend für die Referenten des Bildungsforums Leverkusen)

„Alles, was einen Wert hat, ist das Ergebnis eines Zusammentreffens.“ (Simone Weil)

Lieber Herr Dr. Grunow, an unser Gespräch von Montagmorgen denke ich noch gerne zurück. Vor einem Jahr lädt mich Herr Elmar Funken vom Katholischen Bildungswerk in Bergisch Gladbach zum Jahrestreffen in Leverkusen ein. Dort erlebe ich Sie und Ihre außerordentliche Gesangs- und Moderationskunst. Ihr Gesang und Ihre Ausführungen lassen mich an die Dichterin Rose Ausländer denken …   Mit dem Thema, dem Programm, Ihrem Gesang und Ihrer Moderation gaben Sie mir den Impuls, das Thema Pfingsten, das vergessene Fest, in meine Themensammlung und in die Edition 2015 aufzunehmen. Das ist doch sehr viel, und dafür danke ich Ihnen sehr.

Was vermögen Stimmen doch nicht alles auszurichten!

Aber es geht ja noch weiter: Das Schließen des Kreises vollzieht sich am letzten Sonntag in der Sonntags-Akademie im Katholischen Krankenhaus zu Bergisch Gladbach. Nach meiner Veranstaltung Märchen – Spiegel der Seele, kommt Frau Ingrid Annegret Plath und erzählt mir, dass Sie mit Ihnen eine CD aufgenommen habe, auf der Sie singen und sie dazu ihre Gedichte rezitiere: „Das ist Dr. Hubert Grunow. Den müssen Sie einmal hören, und wenn Sie sich die CD besorgen sollten, denn wäre ich Ihnen sehr dankbar für eine Rückmeldung.“

Da es ja immer gut ist, auf Frauen zu hören, habe ich Sie gleich am Montagmorgen angerufen. Der Klang Ihrer Stimme kam mir sogleich vertraut vor. Während des erfrischenden Gesprächs ging mir immer der Gedanke durch den Sinn: „Woher kenne ich die Stimme? Wer verbirgt sich dahinter?“   Dann kreiste ich die in der Erinnerung gesuchte Stimme und die eventuell dazugehörigen Menschen soweit ein, bis es mir dämmerte, und ich Sie fragte: „Herr Dr. Grunow, haben Sie im letzten Jahr bei Herrn Funken auf dem Jahrestreffen der Referenten zum Thema Pfingsten gesungen und moderiert?“ Und siehe da: Sie waren es!  

Was vermögen Stimmen doch nicht alles auszurichten!

Herr Funken (Bildungsforum) erhält dies Schreiben in Kopie, damit er sieht, was Einladungen, ein gehaltvolles Programm und die Wahl des „richtigen“ Sänger und Moderators alles bewirken können.   Ihnen wünsche ich eine gute Zeit, bleiben Sie heiter und stets der Freude zugewandt. Pax et bonum, Ihr R. Kettner