Nachbericht »Swing 'n' Jazz Scheune«

Sommerabendkonzert vom 10. Juli 2011, Gutshof Wehner, Hoppengarten

Hochkarätige Musiker gingen an den Start beim zweiten Konzert der Windecker Sommerabendkonzertreihe. »Was für eine Sommerzeit, gekrönt von einem derartig hervorragenden Konzertprogramm!«, jubelte man im Publikum. Drei Formationen mit unterschiedlicher musikalischer Farbgebung malten – zusammen mit dem passenden Wetter, warm, schwül und leicht regnerisch – ein wahrhaftes Sommerbild des Jazz. Wie des Abends in New Orleans oder auf den Baumwollplantagen ertönten die schwarzen, sehnsüchtigen Melodien, zu denen man die Augen schließen musste, aus Saxophon, Kontrabass und konzertant gespieltem Schlagzeug der jungen Formation. »Young Jazz Trio – Vom Feinsten!« – »D’accord ! I love ’em!«, schwärmten die Gäste. Nils Wrasse, der selber im BundesJazzOrchester musiziert, hatte zwei junge Leute aus Lippstadt und Essen mitgebracht: Caris (LandesJugendJazzOrchester) und Niklas (EuropeanEastWestJazzOrchestra). Ihre hohe Fachlichkeit, reine Spielfreude und wunderbare Sensibilität sorgten dafür, dass die für manchen Windecker noch ungewöhnlichen Töne tatsächlich zuerst die Haut berührten, um sich mit jedem weiteren Ton tiefer einzugraben.

Strings2Voices (Conny Oberhauser und Jürgen Goldschmidt) aus Eitorf gestalteten Swing der 40, 50, 60er Jahre in ihrer unverkennlichen Darbietungs-Art und Paar-Weise. Humorvoll, kess, manchmal leicht ironisch, doch immer liebevoll und sehr freundlich zeigte das Gesangspaar mit »Diät«-Bass, einer schmalen Variante des Instruments als einziger(!) Begleitung, wie Marionetten repariert werden, wie man mit Fieber (»Fever«) umgeht oder wie man die herrlichsten Lieder ver-sächselt. Ein Kracher!

Eröffnet und beschlossen wurde der excellente Jazz-Mix von einer Formation um den Sänger Hubert Grunow: Hansmartin Kleine-Horst (Piano), Klaus Esser (Drums) und Jürgen Goldschmidt (Bass). Swing der fünfziger und sechziger Jahre, des »Ratpack«: Dean Martin, Frank Sinatra und Sammy Davis Jr. zelebrierten die vier Profis vom Feinsten. »Ev’rybody loves somebody sometimes«,»The birds and the bees«, »Mr. Bojangles«, »The Candyman can« und im Finale natürlich »New York«. Die Moderation lag wie so oft bei Hubert Grunow in guten Händen: »Tante Lisbeth uss Raußel« als »Candy woman« bleibt sicher für viele Gäste unvergesslich.

»Super«, »toll«, »alle so engagiert«,  »eine absolut harmonische Mischung!«, kommentierte das Publikum dieses sehr gelungene Konzert auf dem Gutshof Wehner (Top Gastgeberqualitäten!). Auch Steinigers Catering ließ nichts zu wünschen übrig.

Ein sehr abwechslungsreicher Abend voller Jazz, Swing, Balladen, Gefühl, Komik, stimmungsvoll und amüsant, ging zu Ende. »Er hat die Füße wippen lassen – im Hoppegarten!«, konstatierte ein Bonner Gast.